Wenn du meinen letzten Beitrag darüber gelesen hast, wie du mehr Freude in deinen Alltag bekommst, dann fehlt dir vielleicht die Antwort auf die Frage wie wir nun langfristig glücklich werden. Und das ist eine sehr gute Frage!

Natürlich können wir einzelne Momente der Freude genießen und suchen und zelebrieren. Und das ist definitiv etwas, was wir wieder lernen können. Doch macht das Maximieren solcher Momente mich, dich, uns langfristig wirklich glücklich?

Die Antwort, die mich am meisten überzeugt hat ist folgende: Glück darf kein Ziel sein. Es ist vielmehr ein Ergebnis.

Wenn du immer nur versuchst die kleinen Glücksmomente zu maximieren, möglichst viel von anderen zu bekommen und alle deine Löcher zu stopfen, dann wirst du leer zurück bleiben. Wenn du aber heraus findest, was deine Gaben und Talente sind, wie du dich einbringen und deinen Mitmenschen dienen kannst, dann wirst du eine Zufriedenheit verspüren, die dir all die schönen kleinen Freudenmomente nicht geben können.

Anstatt dich zu fragen, was du vom Leben bekommen kannst ist die Frage, die dich weiter bringt eher was du der Welt zu geben hast.

Die Welt, das Leben und für die, die an ihn glauben Gott hat Aufgaben für uns vorbereitet, die unser Leben mit Sinn erfüllen. Und während der Erfüllung dieser Aufgabe (nicht erst am Ziel, sondern bereits zum Start des Weges) stellt sich eine Zufriedenheit ein. Ganz gleich, ob im aktuellen Moment alle deine Wünsche gerade erfüllt sind. Ob du in deinem Traumhaus wohnst, die Beste in deinem Job bist – oder ein ganz normales Dasein führst. Mit Sorgen und Herausforderungen. Mehr so Durchschnitt. Oder wie Viktor Frankl sehr sehr weit unter dem Durchschnitt: leidend in einem KZ – von ihm stammt übrigens diese Antwort auf die Frage nach dem Glück.

Um es mit den Worten Ragnar Lothbroks zu sagen: „Wer hat dir gesagt, dass du glücklich sein musst?“ Die Frage ist, ob dein Leben einen Sinn hat, ob du deine Aufgabe erfüllt hast.

Sofern wir eine solche Aufgabe, einen Sinn haben können wir auch sehr viel ertragen, was ganz und gar nicht schön ist und dabei gleichzeitig ein Gefühl der Zufriedenheit empfinden, das uns nichts und niemand nehmen kann.

Umso mehr Wert wir dieser Aufgabe oder diesem Sinn beimessen, umso zufriedener werden wir. Dabei ist es nicht wichtig, ob die Aufgabe beinhaltet, dass wir ein Medikament entdecken, dass die Menschheit rettet oder ob wir Kindern in Afrika zu Schulbildung zu verhelfen. Es kann auch die Art und Weise sein wie du Menschen behandelst und scheinbar unwichtige Dinge erledigst. Oder mit welcher Einstellung du deine aktuelle Situation händelst. Du entscheidest wieviel Wert du den kleinen und großen Aufgaben deines Lebens beimisst und mit welcher Einstellung du sie erledigst.

Viktor Frankl, der übrigens kein gläubiger Mensch war, schrieb, dass die Menschen, die an Gott glauben das Potential haben, dem Sinn ihres Lebens einen viel höheren Wert beizumessen – denn sie empfinden die Aufgaben, die das Leben ihnen stellt als Gott gegebene Aufgaben. Und umso höher wir den Wert einer Lebensaufgabe einschätzen, umso glücklicher werden wir bei der Erfüllung dieser Aufgabe – ganz gleich, was das Ergebnis ist.

Ich möchte nicht mehr an Zufälle glauben. Vielmehr glaube ich, dass ich für eine Zeit wie diese und für eine Situation wie die, in der ich gerade jetzt bin geschaffen wurde. Mag sein, dass ich mich manchen Dingen nicht gewachsen fühle. Und mag sein, dass mich manches von dem emotional heraus fordert.

Umso besser.
Denn für mich wirken alle Dinge zum Besten.

Das heisst: dies ist die Möglichkeit über mich hinaus zu wachsen. Mutig zu werden. Geduld zu üben. Mich meinen Schatten und Schmerzen zu stellen. Meiner Verletzlichkeit zu begegnen um stark zu werden. Meine Fähigkeiten auszubauen, meinen Sinn zu entdecken, zu formulieren und ihn zu erfüllen. Und wenn ich in einer Situation keinen Sinn erkennen kann, bitte ich Gott mir die Augen zu öffnen, damit ich ihn erkennen kann.

Wie möchtest du die Situation interpretieren, in der du dich gerade befindest? Welche Aufgaben sind dir gestellt? Welche möchtest du dir selber stellen? Und mit welcher Einstellung möchtest du sie erfüllen?

Mit Liebe geschrieben

deine Tina