Christen überall auf der Welt glauben, dass Gott in Form eines Menschen – Jesus – auf der Erde gewesen ist. An Ostern gestorben und wiederauferstanden, ist er zu Gott zurück gekehrt und hat uns anschließend jemanden an die Seite gestellt. Das feiern wir an Pfingsten.

Gott kam in Form des heiligen Geistes in die Herzen derer, die sich dafür entschieden haben mit ihm leben zu wollen. Gott ist in mir. Und ist doch gleichzeitig auch ganz er selbst.

Random Fact: Im Alten Testament (der erste Teil der Bibel) wird der Heilige Geist übrigens als Geburtshelferin beschrieben. Spannend, oder? Auch im Neuen Testament ist sie eine Geburtshelferin – sie hilft uns aus dem Alten Leben, das uns unsere Ziele verfehlen lässt in ein Neues Leben der Freiheit.

Meine persönliche Erfahrung dazu möchte ich gerne mit dir teilen.

Die Wirkung des Heiligen Geistes geht in meinem Leben über Selbstreflexion und Achtsamkeit hinaus. Da, wo ich loslasse und aufhöre aus eigener Kraft mich selbst (andere Menschen und Umstände sowieso) zu verändern und es Gott überlasse, wirkt ihre Kraft in mir und verändert in mir Dinge, die ich selbst einfach nicht schaffen würde. Wie eine magische Kraft, die ich nicht verstehe. Die aber einfach wirkt.

In der Kontemplation komme ich zur Ruhe vor Gott, die durch den Heiligen Geist in mir wohnt. Sie ist die ganze Zeit da, selbst wenn ich nicht bei mir war. Ich muss sie nicht erst bitten, dass sie zu mir kommt, oder warten, bis sie da ist. Sie ist die ganze Zeit da und wartet nur, dass ich auch präsent werde. Der Name, mit dem Gott sich vorstellt bedeutet „Ich bin für dich da“. Jahwe. Gott ist nicht einfach da so zum Selbstzweckt. Sie ist ein Gegenüber. Ein Beziehungswesen, das sich nach dir sehnt, noch mehr als du dich nach ihr sehnst. In deutschen Übersetzungen heißt es oft „Ich bin der ich bin“ dieses Verb meint aber ein Sein, das auf eine andere Person – also mich oder dich – ausgerichtet ist. Deswegen müsste man es übersetzen mit „Ich bin für dich da“.

Es bedeutet auch, dass sie einfach ist. So wie sie ist. Nicht wie ich denke, dass sie ist. Sondern soweit mehr. Niemals in meinem Leben, werde ich sie ganz ergreifen, aber immer mehr kann ich mich auf sie einlassen und die göttliche Kraft in mir alles heilen und lieben lassen was ich bin. Ich kann mich entscheiden ein Kanal für diese Liebe zu sein und all das was sie in mir wirkt auch nach au´ßen wirken zu lassen. Nicht aus mir heraus, sondern aus ihr. Gott in mir und doch ganz sie (oder er) selbst. Nicht ich.

Der Heilige Geist hilft mir nicht nur von Verhalten loszukommen, das mich und meine Beziehungen belastet (seien das Wutausbrüche, Streitereien, Neid oder unmoralisches Verhalten). Nein, er (oder sie?) sieht meine Bedürfnisse die dahinter stehen und verurteilt sie nicht. Sie heilt mein Herz, aus dem dieses Verhalten erwuchs und schafft in mir Freude, Frieden, Liebe, Vergebung, Geduld, Güte, Barmherzigkeit und vieles mehr. Nicht durch meine Anstrengung. Allein durch ihre Kraft. Ein Glaube so groß wie ein Senfkorn reicht aus um diese Kraft zu aktivieren.

Einen Glauben so groß wie ein Senfkorn? Meinst du, so groß könnte dein Glaube sein? Vielleicht probierst du es mal aus und sagst ihr (oder ihm?): „Ich bin da, Gott, wirke in mir.“ Glaube (so klein wie ein Senfkorn) daran, dass er etwas wirken wird und beobachte dich, dein Inneres, was passiert?

PS: was hat es auf dich mit dem „sie“ oder „er“? Dazu nächstes mal mehr! 🙌🏽

Mit Liebe geschrieben

Tina

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