Gehörst du zu den Frauen, die sich ständig für andere aufopfern und das Gefühl haben, nie ihr eigenes Leben zu führen, sondern nur für andere da zu sein? Hast du Träume, die du gern umsetzen möchtest und kommst nicht dazu? Woran liegt das?

Auf der Arbeit wirst du geschätzt (oder auch nicht!) weil du jede Zusatzaufgabe annimmst und jeder dich darum bitten kann „mal eben“ etwas für ihn/sie zu erledigen, weil du ja so ein lieber und hilfsbereiter Mensch bist? Du kümmerst dich um die Belange in deiner Familie, unterstützt Nachbarn und hörst dir die Sorgen deiner Freunde an und glaubst, dass alle dich genau deshalb lieben? Am Ende fühlst du dich aber nur ausgebrannt und es bleibt nie Zeit für ein heißes entspannendes Bad, einen Kaffee in Ruhe oder gar Dinge, die du gerne tust und dir Energie geben?

Natürlich gibst es Phasen im Leben und in Beziehungen, in denen wir mehr geben als andere und das ist wichtig, damit unser soziales Miteinander überhaupt funktioniert. Aber gesund ist es nur, wenn diese Phasen sich auch mal wechseln.

Deine Freundin auch mal zuhört, wenn DU Sorgen hast.

Oder die Nachbarn auch mal deine Kinder nehmen.

Deine Kollegen dir genauso Aufgaben abnehmen und Haushaltsaufgaben tendenziell gut verteilt sind – mit deinem Mann und deinen Kindern (sobald sie soweit sind sich beteiligen zu können). Klar, kann es auch hier sein, dass du mal mehr machst, aber sorge dafür, dass es nicht immer so ist. Nimm die Menschen in deiner Umgebung auch mal in die Pflicht. Das tut ihnen gut, so fühlen sie sich gebraucht und lernen, dass sie einen wertvollen Beitrag leisten.

Vielleicht bist auch du diejenige, die sich immer etwas zurück lehnt und die andern machen lässt – das weiß ich nicht. Sei da ehrlich mit dir selbst. Häufig höre ich von Leuten, die sehr gut für sich selbst sorgen, ihre Grenzen gut setzen und eben NICHT diejenigen sind, die immer für alle alles machen, dass es total egoistisch sei, wenn Menschen, die sich so aufopfern anfangen für sich einzustehen. Ich sage dir: Das ist es nicht! Mag sein, dass diese Personen das nicht mehr lernen müssen. Sie haben andere Herausforderungen. Bleib du an diesem Weg dran.

Nimm dich selbst ernst und kommuniziere, dass du erwartest, dass andere dich ebenfalls ernst nehmen. Was heisst das konkret?

Mache dich und deine Herzensprojekte zur Priorität, anstatt immer nur die Pläne anderer Leute zu unterstützen.

Stell dir auch mal Fragen wie: Was würde heute den Tag schön machen für mich? Vielleicht eine Tasse Kaffee und 30 Minuten alleine? Ein heißes Bad? Nimm dir das! Du hast ein Recht darauf. Und bevor du mir erklärst, warum das nicht möglich ist, frage ich dich: Was muss passieren, damit es eben doch möglich wird?

Und generell? Was wünscht du dir vom Leben? Was möchtest du noch machen, welche Träume hast du? Vielleicht möchtest du noch eine Ausbildung machen? Oder ein kleines Business starten? Klavier spielen lernen oder malen?

Wenn du dich für eine Sache entscheidest, bedeutet das immer, dass du dich auch gegen eine andere entscheidest. Du hast keine Zeit für die Dinge, die dir eigentlich wichtig sind? Dann sieh dir an, wofür du dir Zeit nimmst. Möchtest du wirklich x Stunden fern sehen anstatt 30 Minuten laufen zu gehen? Ist es wirklich wichtig dich heute 5 Stunden mit dieser Freundin zu treffen, die immer nur ihre Kinder bei dir ablädt und den ganzen Tag rumheult, aber nie etwas in ihrem Leben in die Hand nimmt und ändert? Oder ist dir dein Herzensprojekt wichtiger? Vielleicht reichen 3 Stunden treffen und 1,5 Std. investierst du in dein Herzensprojekt?

Das sind nur einige Dinge, die anders laufen können als bisher. Vielleicht kann dein Mann mal kochen, oder dein 15-jähriger Sohn. Du bist keine One-Women-Show, die alle retten muss und für alle da sein muss. Vor allem nicht, wenn du dadurch nie für dich da bist. Du kannst den Menschen in deinem Umfeld ruhig mehr zutrauen. Es ist keine Tugend sie ihrer Selbstständigkeit zu berauben. Bleibe dabei freundlich und bestimmt. Bitte freundlich um Hilfe und Unterstützung, anstatt Vorwürfe zu machen. Bleibe bestimmt.

Welche Dinge sind es, die dir deine kostbare Zeit rauben?

Es gibt immer Dinge, die schreien ganz laut, dass sie super dringend sind – sie sind in den seltesten Fällen wichtig. Priorisiere also das was WICHTIG ist und lass das Dringende warten. Häufig verschwindet es dann von selbst. Was meine ich damit? Du hast dich hingesetzt um eine wichtige Aufgabe zu erledigen, die dir am Herzen liegt. Und dann klingelt das Telefon. Geh einfach nicht ran. Du kannst zurück rufen, wenn es DIR passt – vielleicht hat sich das Problem, dass du lösen solltest schon jemand anders gelöst. Oder dein Kind schreit dir ins Ohr, dass etwas von dir möchte: Kann dein Mann das Bedürfnis vielleicht genauso erfüllen? Dann schicke es auch mal zu deinem Mann. Oder sag dem Kind, dass es eine halbe Stunde warten muss. Vielleicht läuft es beim nächsten mal sogar direkt zu Papa oder findet selbst eine Lösung – natürlich je nachdem was das Problem ist, wie alt das Kind ist und ob das Bedürfnis auch anders gestillt werden kann.

Also: Was willst du? Was WILLST du? Was willst DU? (Vielleicht schreibst du dazu etwas auf?)

Priorisiere es. Also bringe es in eine Reihenfolge, je nach Wichtigkeit. UNd dann brech es herunter auf Aufgaben für den Monat, die Woche, den Tag. Besorg dir einen Tischkalender. Und plane deine Woche in dem du für jeden Tag deine Aufgaben aufschreibst. So hast du einen guten Überblick und kannst schnell überblicken, welcher Termin zuviel wäre und kannst die Dinge gegeneinander abwägen.
Mache das Wichtigste zuerst und alles andere danach.

Sorge dafür, dass du Freiräume für Pausen hast und dass die Dinge, die für dich wirklich wichtig sind auch stattfinden und sage dafür andere Dinge ab.

Welche Termine oder Aufgaben kannst du komplett absagen, verschieben oder kürzen? Wo brauchst du Hilfe von deinem Mann, deinen Kindern, deinen Freunden?

Wenn du arbeitest: Sorge dafür, dass du nicht abgelenkt wirst.

Am Ende der Woche siehst du dir deine Planung an und wieviel du davon umgesetzt hast. Was hat geklappt? Was nicht? Warum? Was möchtest du nächste Woche anders machen?

Setze es um! Und erlebe, wie dein Leben immer mehr so wird, wie du es haben möchtest, deine Wünsche in Erfüllung gehen und du deine Ziele erreichst.

Wenn du noch etwas weitergehende Literatur dazu lesen möchtest: Zieh dir dieses Buch rein: von Dr. Henry Cloud: Nein sagen ohne Schuldgefühle

Mit Liebe (und ein bisschen Strenge) geschrieben 😉

deine Tina