Die Lektionen der ersten und zweiten Woche

Wer mich kennt weiß: Ich habe sofort von null auf Hundert geschaltet. Von einem Tag auf den anderen habe ich jegliche Art von Zucker, Weißweizenmehl und Alkohol gemieden.

Bis auf 2 Mahlzeiten in der ganzen Zeit. Da ging es aus äh… aus gesellschaftlich verpflichtenden Gründen (drohende Enterbung etc) nicht anders… da habe ich aber ganz bewusst entschieden ein Stück Kuchen zu nehmen, alles andere wäre einfach pure Unhöflichkeit gewesen.

Um den Zucker in allen anderen Situationen sinnvoll zu umgehen habe ich mir im Vorfeld überlegt was ich bisher wann und vor allem WARUM gegessen habe.

Um es mir (und euch) leichter zu machen, habe ich euch eine Liste mit Lebensmittel erstellt, die ihr essen könnt, weil sie zuckerfrei sind, und eine Shit-List mit Lebensmitteln die leider garnicht gehen. Wie streng ihr da mit euch sein wollt ist euch natürlich überlassen. Das wichtigste ist im Grunde, dass man den Haushaltszucker weglässt oder auf ein Minimum reduziert.

Die 6-Wochen Challenge die ich jetzt durchziehe, ganz ohne Haushaltzucker, möglichst ohne Fructose und Zuckerersatzstoffe etc. muss ja nicht jedermanns Maßstab sein.

Zusätzlich habe ich noch eine schnelle Liste mit alltagstauglichen Rezepten fürs Frühstück, Mittagessen, Abendbrot und Snacks, Dessert zusammengestellt.  Gekennzeichnet sind komplett zuckerfreie Rezepte und Rezepte mit nur sehr geringem Zuckeranteil.

1. Der Pausen und Genuss Effekt

Die bösesten Sünden sind ja die „richtigen“ Süßigkeiten, Kuchen etc. und die habe ich bisher meistens aus Genuss gegessen. Weil ich mir etwas gönnen wollte. Mir ne Pause mit nem Kaffee genehmigt habe. Oder meine Laune heben wollte. Im Alltag sieht es meistens so aus, dass ich geschäftig durchs Büro renne unheimlich wichtige Dinge erledige die keine Sekunde warten können(äh.. really…?) und dann irgendwann, wenn ich merke dass nix mehr geht, mache ich ne Pause. Hole mir einen Kaffee und einen Schokoriegel, setze mich entspannt hin und lasse es mir gut gehen.

Tief durchatmen, Augen zu machen, in den Schokoriegel beißen, das Kaffeearoma inhalieren und Arbeit mal Arbeit sein lassen.

Überlebenswichtig also. Wie soll man darauf verzichten können?

Die Lösung: In der ersten Woche habe ich den Kaffee komplett weggelassen, weil er mich zu sehr an den Genuß von Süßigkeiten erinnert hat. Stattdessen gab es entweder einen ungesüßten Chai latte oder absichtlich bitter schmeckende Kräutertees, damit sich meine Geschmacksknospen neutralisieren. Geplante 10-Minuten Pausen mit einem Teeritual haben mich nach einer Woche von meinen Süßigkeiten-Pausen entwöhnt.

ihr wisst schon:

Blick weg vom Bildschirm hin zum Fenster, Hände um die wärmende Tasse legen und langsam das warme Nass schlürfen.

Jetzt kann ich auch mal wieder einen Kaffee trinken ohne gleich an Kinderschokolade denken zu müssen…

2. Bisher habe ich alles gesüßt, damit es „mehr schmeckt“

Kaffee, Tee, Müsli (ok, das is meist eh gesüßt), karamelisiertes Obst und Gemüse, Smoothies. Und dabei habe ich garnicht gemerkt, wie alles zu einem süßen Einheitsbrei wurde.

Die Lösung: Den Zucker in den Gerichten einfach weglassen und was den gesüßten und karamelisierten Kaffe angeht: stattdessen Kräutertee oder grünen Tee trinken. Am besten einen, der leicht bitter schmeckt, sodass sich die Geschmacksknospen schneller neutralisieren und die „normal“ süßen Sachen auch für meinen Gaumen wieder süß schmecken. 3 Liter Wasser täglich kommen noch dazu.

Wenn die Geschmacksknospen nicht mehr so zuckersüchtig sind kann man auch einfach mal n Kaffee oder Latte genießen. Ganz ohne gleich an süßen Schnick-Schnack erinnert zu werden…

3. Ich habe mir nie Gedanken um den Zuckergehalt oder Alternativen gemacht

Ich wusste gar nicht wie viel Zucker in fast allen Lebensmitteln steckt. Sei es nun Wurst, Fertiggerichte im Allgemeinen, Obst, Dressings, Saucen und Fertigdips. Selbst in Aceto Balsamico und Sojasoße ist Zucker. Das heisst, selbst wenn ich mir in der Kantine einen Salat nehme und mir da n Dressing oder Aceto Balsamico drauf knalle habe ich schon Zucker in meinem Essen.

Die Lösung: Salatdressing lässt sich leicht durch Olivenöl, Essig, Salz und Pfeffer ersetzen.

Weißweizenmehl (welches ja im Grunde auch nur Zucker für den Körper ist) hat man in Nudeln, fast allen Brot- und Brötchensorten und natürlich in dem ganzen Gebäck wie  Torten, Kuchen und Keksen.

Die Lösung: Kuchen etc. isst man aufgrund des Zuckers erstmal eh nicht. Weißbrot habe ich durch Roggenvollkornbrot (ohne Weizen, Zucker, Malz) ersetzt und anstatt Nudeln gibt es jede Menge Pseudogetreide (Quinoa) oder Hülsenfrüchte bzw. Zoodles – Zucchininudeln. Da hab ich ein traumhaft tolles Rezept, welches ich in den nächsten Tagen mit euch teilen werde! Und zu den Getreiden und Pseudogetreiden komme ich in den nächsten Tagen auch noch mal 😉

hirse

Die Lektion der dritten Woche: Krone richten

Die dritte Woche bescherte mir einen bitterbösen Rückfall.

Erster Fehler: Ich bin ins Kino gegangen.

Zweiter Fehler: Als meine Begleitung sich eine Portion Popcorn bestellte habe ich nicht fluchtartig das Weite gesucht

Dritter (ausschlaggebender) Fehler: Ich hatte angenommen ich hätte genügend Kraft und Disziplin Popcorn im Kino zu widerstehen.

Ich. Popcorn. Widerstehen. WTF was going on in my head?

An und für sich schon keine leichte Aufgabe. Aber völlig übermüdet, nach einer anstrengenden Woche an einem Freitag Abend quasi absolut unmöglich.

Nun. Seien wir ehrlich. Es war köstlich. Ich fühlte mich am Ende des Films wie der Bürgermeister in Chocolat. Am Ostersonntagmorgen im Schaufenster der Chokolaterie aufgewacht, Schokoladenverschmiert. Und das nachdem er das einhalten der Fastenzeit proklamiert hatte. (Wer den Film nicht kennt sollte ihn sich erst NACH der zuckerfreien Phase ansehen…)

Anstatt mich dafür zu verurteilen habe ich es einfach ausgiebig genossen. Keine Selbstvorwürfe und kein „hätte, wäre, würde“. Dafür aber am nächsten Morgen diszipliniert und zuckerfrei weitergemacht. Und mir ein 3-wöchiges Kinoverbot verhängt.

Denn echte Prinzessinnen sind keine verwöhnten selbstmitleidigen Gören. Sie stehen nach dem Hinfallen auf. Richten sich die Krone und gehen den gewählten Weg weiter. Hat meine Mama mir so beigebracht.

Jaja, was täte ich nicht ohne meine liebe Mama? Die begleitet mich nämlich in meinem Zuckerfrei Projekt. Nachdem sie mir am Wochenende meiner dritten zuckerfreien Woche Kürbissuppe (Rezept findet ich hier) und Hirsebrei mitgegeben hat war meine Woche um einiges entspannter. Ich brauchte mich 2 Tage lang um keine Mahlzeiten zu kümmern. Hach, is das n Luxus mit Mutti.

Nur weil ich den Hirsebrei nicht selbst gekocht habe heißt das aber natürlich noch lange nicht, dass ich ihn nicht fotografieren und mit euch teilen kann!

Ich habe Mutti also nach dem Rezept gefragt. Sie hat ihn im Thermomix gemacht. Wie alle Milchspeisen, die brennen im TM nämlich nicht an, und man muss nicht ewig am Topf stehen und selber rühren… Für euch schreibe ichs aber auf wie mans in nem normalen Kopftopf macht 😉

Hirsebrei in Butter geschwenkt und mit Zimt und Vanille verfeinert

Zutaten:

100 ml Wasser

150 g Hirse

700 ml Milch

1/4 TL Salz

etwas Butter

Ceylon Zimt

Vanille, frisch gemahlen

Zubereitung:

1. Hirse mit heißem Wasser mehrmals in einem Sieb waschen und etwas einweichen lassen.

2. Wasser mit 1/2 TL Salz aufkochen

3. Milch dazu und auch aufkochen

4. 150 g Hirse

hinzufügen und auf niedriger Stufe 15 min lang langsam köcheln lassen. Immer schön rühren, nicht, dass euch die Milch anbrennt! Es sei denn ihr verwendet den Thermomix 😉

Anschließend ca. 10-15 min quellen lassen.

6. Hirse in einem schmucken Teller anrichten, Butter obenauf legen und mit Zimt und Vanille aus der Mühle toppen.

Zubereitung im Thermomix:

1. Hirse mit heißem Wasser mehrmals in einem Sieb waschen und etwas einweichen lassen.

2. Wasser mit Salz aufkochen 100 °C, Stufe 2, 4 min.

3. Milch dazu und auch aufkochen 100 °C, Stufe 2, 5 min.

4. Hirse hinzufügen 90 °C, 15 min kochen, Linkslauf

5. Anschließend ca. 10-15 min quellen lassen.

6. Hirse in einem schmucken Teller anrichten, Butter obenauf legen und mit Zimt und Vanille aus der Mühle toppen.

Den Rest packe ich mir in eine gut verschließbar Dose und nehme es als Frühstück mit zur Arbeit. Dort füge ich dann immer etwas Milch hinzu bevor ich mir den Hirsebrei noch einmal aufwärme. Schmeckt wie früher bei Oma und macht deshalb noch zusätzlich glücklich 🙂

Hirse

Warum Hirse im Gegensatz zu Zucker ein Nahrungsmittel ist

Meine liebe Oma war ja bekanntlich ein Experte in Sachen gesunder Ernährung und Naturheilkunde.. Sie sagte immer Hirse sei gut für Haut, Haare und Nägel (Verantwortlich hierfür ist das enthaltene Silizium) und wie es scheint kann Hirse noch viel mehr. Ernährungsforscher haben sich mit den Inhaltsstoffen von Hirse auseinandergesetzt und dem Getreide eine Vielzahl gesunder Inhaltsstoffe nachweisen können. Die Hirsekörner sind extrem reich an Eiweiß (etwa 10 %), und damit an essentiellen Aminosäuren. Gerade Kinder haben einen hohen Bedarf nach der Aminosäure Leucin, deshalb ist Hirsebrei auch ein beliebtes Nahrungsmittel für Babys und Kleinkinder (hat Oma also alles richtig gemacht). Da Hirse aus ca. 70 %  komplexen Kohlenhydraten besteht, sättigt sie schnell und langanhaltend. Das Glutenfreie Beauty-Getreide dient der Vorbeugung von Kreislaufproblemen und Mangelerscheinungen wie Müdigkeit und Erschöpftheit, denn in dem nussigen Getreide sind Vitamine wie Vitamin C, E, verschiedene B-Vitamine und Provitamin A enthalten. Diese schützen u. a. die Haut vor schädlicher Sonneneinwirkung. Außerdem unterstützen sie die Verwertung von Kohlenhydraten, Eiweißen und Mineralstoffen und ergänzen somit  eine gesunde und ausgewogene Ernährung.

Und? Weißbrot? Was hat das nochmal für Superkräfte?

mit Liebe Tina