Ich habe es geschafft! 6 Wochen No-Poo. Geerntet habe ich jede Menge Komplimente und Fragen zu meiner tollen „neuen Haarfarbe“. Ob ich etwas anders gemacht habe?

JA! Habe ich. 6 Wochen NO-POO. Bedeutet: Kein herkömmliches Shampoo für meine Mähne. 6 Wochen lang.

Wofür? Damit die Haare mal ne Pause haben von all den Chemiekeulen, die ich meinen Haaren verpasse.

Mein Fazit:

Ich halte es inzwischen meistens eine ganze Woche aus zwischen den Haarwäschen. Alles eine Frage des geschickten Stylings 😉

Und falls es zwischendurch garnicht geht zwischen den „richtigen“ Wäschen auch mal Trockenshampoo einsetzen. Trockenshampoo greift, im Gegensatz zu normalen Haarwäschen, die Talgdrüsen der Kopfhaut nicht an, sodass eine zusätzliche Talgproduktion und schnelles Nachfetten verhindert werden. Das Puder saugt sich förmlich mit den Verunreinigungen voll und reinigt somit das Haar. Fakt ist, dass den Haaren das weniger häufige Waschen und vor allem das Waschen ohne chemische Substanzen gut tut.

Ab jetzt werde ich so eine No-Poo-Kur öfter machen. Einmal im Halbjahr oder auch einfach mal so. Und ansonsten verwende ich nur noch Shampoo, Spülungen und Kuren aus dem Reformhaus. Zum Beispiel Lavera für 4 Euro, Weleda für 7 Euro oder Heliotrop für 14 Euro.

Ich bin übrigens nicht die einzig verrückte: Jessica Simpson, Adele, Jessica Alba und die Olsen-Twins schwören auf die No-Poo-Methode. Und Marlene von taff hat das Ganze in etwas extremerer Version auch mal ausprobiert und per Video dokumentiert. Ja, das Video ist wirklich eklig – aber du musst es ja nicht genauso machen, wie sie 😉

http://www.prosieben.de/tv/taff/video/20157-no-poo-experiment-haare-waschen-ohne-shampoo-clip

Zuerst habe ich es so wie Marlene von taff mit Backpulver versucht, wie ihr hier nachlesen könnt – die Haare werden sehr sauber, ich konnte mich eigentlich nicht beschweren – ich wollte aber etwas noch Natürlicheres. Und so kam es zu meinem nächsten gewagten Experiment: Eigelb. Et voila. Die Haare sind genauso sauber wie nach einer Wäsche mit Shampoo oder Backpulver. Sie fühlen sich aber an, als hätte man Haarschaum reingeknetet (es gibt Behauptungen, dass sich das Protein des Eigelbs um die Haare legt – unsere Haare bestehen ja auch zu einem großen Teil aus Protein) deshalb würde ich das Frauen mit  feinem Haar empfehlen, sie glänzen mehr als mit jeder herkömmlichen Spülung und die Föhnfrisur sitzt wie eine 1.

Ich wurde mehrfach gefragt, ob ich beim Friseur gewesen wäre – die Haare glänzen so toll und die Farbe sieht neu aus, andererseits sind sie auch so lang geworden und allgemein und überhaupt… das wollt ihr auch? Dann versucht doch mal folgendes:

Anwendung:

1. Ein Ei trennen. Das Eigelb mit etwas warmem Wasser verquirlen.

2. Ein Glas Essig mit 3 Gläsern Wasser mischen.

3. Das Eigelb im Haar verteilen und in die Kopfhaut einmassieren – so als wäre es ein Shampoo. Anschließend sehr gründlich mit lauwarmem Wasser auspülen, am besten 2 mal.

4. Anschließend die Essig-Mischung als Spülung verwenden und ebenfalls sehr gründlich mit viel warmem Wasser auspülen. Zum Schluß noch einmal kalt ausspülen.

5. Wie gewohnt frisieren.

Haarkuralternativen

Marlene von taff besschwert sich, dass ihre Haarspitzen ausgetrocknet sind. Na klar, auch wenn man sich die Haare ohne Shampoo wäscht, brauchen Haar und Kopfhaut trotzdem zusätzliche Pflege. Meine Haare sind etwa vom Färben und Blondieren ausgetrocknet und das lässt sich im Nachgang nicht reparieren. Nur pflegen. Mit möglichst viel Fett. Richtig schön reichhaltig.

Haarkuralternative 1

Damit die Haare nicht austrocknen:

Kokosnussöl

und Avocado

… haben einen hohen Fettgehalt und  sind reich an Vitamin E. Wenn du vor einer Haarwäsche etwas Zeit hast, einfach etwas Kokosnussöl oder eine pürierte Avocado auf die Kopfhaut und Haare verteilen, einmassieren, mit Frischhaltefolie sorgfältig abdecken und ein warmes Handtuch als Turban umschlagen. 15 min. einwirken lassen und dann wie gewohnt waschen – mit einem Eigelb, Backpulver oder einem sehr milden Shampoo.

Haarkuralternative 2

Kein Promi, aber eines meiner größten Vorbilder ist meine liebe Oma. Die hat mir ein tolles Rezept hinterlassen, das zeigt, dass No-Poo nicht nur ein aktueller Trend, sondern Tradition mit Langzeitwirkung ist. Oma Lola hatte bis zum Ende ihres reichen 84-jährigen Lebens sehr dichtes, langes und gesundes Haar – selbst als es schon weiß war. Sie wusch ihr Haar einmal die Woche und nur mit Brunnenwasser – jawoll. Wegen des hohen Kalkgehalts in unserem Leitungswasser. Ich werde mir einfach eine Entkalker-Kanne zulegen. Vorher wurden die Kopfhaut und Haare stundenlang einer Kur unterzogen. Und die sah so aus:

Damit die Haare mehr Substanz haben – also das vorhandene Haar dicker wird:

1 Eigelb

1 EL Honig

1 EL Aloe-Verasaft (Ich habe zu Hause ein paar frische Pflanzen stehen, mnan kann sich Aloe-Vera Gel auch im Internet bestellen)

1 EL Zwiebelsaft – ok, den lasse ich weg, das riecht einfach zu heftig…

alles verquirlen und in die Kopfhaut einmassieren und im Haar verteilen. Mit Frischhaltefolie sorgfältig abdecken und ein warmes Handtuch als Turban umschlagen – über Nacht einwirken lassen und am Morgen sehr gründlich ausspülen. Wenn du den Zwiebelsaft verwendet hast würde ich ein mildes Shampoo zum auswaschen vorschlagen, wenn nicht, reicht das Spülen mit Wasser und Essig an dieser Stelle aus.

 

Coming Soon: Brennesselspülungen

Brennesselln haben im Mai Saison. Wie meine Oma werde ich das juckende Kraut sammeln, trocknen lassen, einkochen und als Spülung verwenden. Soll supergeil sein. Ich werde berichten 😉

 

Ein Beweisfoto von meiner Oma (hängt lebensgroß in meiner Küche) hat sie nicht die Haare schön?

Grandma kitchen Oma Lola in der Küche