Alle die mich und meine ausgefallenen Experimente auf dem Gebiet der Kosmetik schon länger und besser kennen, fragen sich vielleicht, warum ich es nicht schon lange ausprobiert habe. Das Haare-Waschen ohne Shampoo.

In diversen Foren und auf einigen Blogs liest man in letzter Zeit von diesem etwas seltsam anmutenden Trend. Promis bekennen sich öffentlich dazu und auf Youtube gibt es unzählige Videos zu dem Thema. Ich entdeckte den Trend vor einigen Wochen in einem Video, das jemand auf Facebook geteilt hat. Das war allerdings extrem unappetitlich. Die Testerin hatte sich in 6 Wochen nur 3 mal die Haare gewaschen – natürlich ohne Shampoo – und natürlich sind die Haare in der Zeit dazwischen unglaublich fettig geworden. Außerdem klagte sie über eine juckende Kopfhaut und einen unangenehmen Geruch. Ich war wirklich angewidert. Ich hätte es dabei belassen, wäre da nicht dieser eine Satz des Dermatologen gewesen…

Am Anfang und Ende ihrer Kur war die Testerin jeweils bei ihrem Friseur und einem Dermatologen gewesen. Der Friseur war vom Ergebnis nach 6 Wochen begeistert und sagte, das Haar sei voller und kräftiger. Schön, dachte ich, deine subjektive Wahrnehmung ist jetzt nicht Solo überzeugend. Doch dann kam der Dermatologe. Der hatte zu Beginn des Experiments eine kleine Stelle am Kopf rasiert und festgestellt, dass an dieser Stelle ca. 130 aktive Haare saßen. Nach 6 Wochen waren an der gleichen Stelle 170 Haare aktiv.

Jedes mal beim Haare waschen dachte ich an den Unterschied von 130 zu 170… und als ich den angebrannten Boden meines Kochtopfes mit Backpulver einweichte dachte ich – wieso soll dieser Trick aus der Küche nicht auch im Bad funktionieren? Und wenn es doch nicht klappt, wasche ich mir die Haare nochmal nach – MIT Shampoo!

Tja und nun habe ich es einfach mal versucht. Da ich diese Woche so schrecklich erkältet war, dass ich zu Hause bleiben musste, habe ich die Haare eine Woche lang ausfetten lassen. Und das Experiment gewagt. Was soll ich sagen? Das Ergebnis ist genauso, als hätte ich ein herkömmliches Shampoo benutzt.

Die Herausforderung liegt nun darin die nächste Haarwäsche so lange wie möglich hinauszuzögern.

Und so funktioniert es:

Zuerst habe ich in der Küche ein Schälchen mit 3 TL Backpulver und 9 TL Wasser gemischt.

Anschließend habe ich in eine Kanne 1 Tasse Apfelessig und 3 Tassen Wasser gefüllt.

Beim nächsten Mal füge ich eventuell etwas Kamillentee oder Zitronensaft hinzu… vielleicht ändert das etwas den Geruch.

Todesmutig bin ich mit dem vorbereiteten ins Bad gegangen.

1. Zuerst habe ich mir das Backpulver-gemisch in die trockene Kopfhaut massiert, dabei verteilt es sich fast von selbst in den Längen. Das habe ich dann 3 Minuten einwirken lassen.

2. Anschließend habe ich mir die Haare mit warmem Wasser sehr ordentlich ausgespült.

3. Und dann mit der Essig-Wassermischung gespült.

4. Zum Schluss noch einmal spülen – mit kaltem Wasser und bitte sehr ordentlich!

Natürlich darf man an dieser Stelle gerne Fönen, glätten und sonstiges machen.. ich habe die Haare allerdings an der Luft trocknen lassen. Jetzt werde ich sie mir hochstecken. Nach meiner Erfahrung fetten die Haare nämlich viel weniger nach, wenn sie hochgesteckt sind…

In den nächsten Tagen werde ich mir die Haare regelmäßig morgens und abends mit einer Naturbürste von Wildschweinborsten die Haare bürsten – das sorgt dafür, dass das Fett von der Kopfhaut in den Haarlängen verteilt wird. Der Ansatz wird vom Fett befreit und die Längen werden gepflegt.

Na, wer von euch ist auch so mutig?

No Poo, Haare waschen ohne Shampoo, Backpulver & Essig