JUHU! wir sind schwanger!

Super romantisch sind wir in den Flitterwochen schwanger geworden.

So, wie ich die Monate zuvor nach jedem Eisprung wusste, dass ich NICHT schwanger war und in ein schwarzes Loch der Traurigkeit gezogen wurde -wie ihr HIER nachlesen könnt, so ahnte ich in den Flitterwochen schon, dass es diesmal anders war. Schnell verwarf ich die hoffnungsvollen Ahnungen wieder um mir keine falschen Hoffnungen zu machen, die am Ende nur enttäuschen würden – ich berichtete dazu bereits auf Instagram, was ich hier auch mit euch teilen möchte:

Vielleicht auch doch nicht? Bloss nicht zu früh freuen!

Drei Tests habe ich gemacht und meine Gynäkologin angerufen, bevor ich es meinem Mann sagte. Ganz romantisch mit einem Geschenk, das er auspacken musste. Der Schwangerschaftstest fiel ihm in den Schoß bevor er das süße „hello“ auf dem Babyanzug entziffern konnte.

Er wollte es auch erst nicht glauben. „Lass uns erste den Termin beim Gyn abwarten“ „Bloß keine falschen Hoffnungen machen“. Wir wollten uns schützen. Davor enttäuscht zu werden. Unser Instinkt sagte uns: umso mehr Freude wir zulassen, umso höher fliegen wir und umso tiefer werden wir fallen, wenn sich herausstellt, dass es doch nicht so ist, wie wir es uns wünschen.

Die Wahrheit ist: Wenn wir nicht schwanger gewesen wären, oder etwas eingetroffen wäre, das uns die Freude wieder genommen hätte, dann hätte es so oder so weh getan. Ganz tief in uns drin. Messerscharf. Und damit, dass wir uns der Freude berauben, indem wir sie betäuben, wenn sie aufkommt, können wir diesen Schmerz nicht mildern. Das einzige was wir damit erreichen ist, dass wir die Freude schmälern. Das gilt nicht nur für positive Schwangerschaftstests, sondern für viele andere Situationen im Leben. Wenn solche Dinge dann eintreffen, versuchen wir den Schmerz zu betäuben, um ihn nicht zu fühlen. Aber weisst du – du kannst Gefühle nicht einseitig betäuben. Betäubst du den Schmerz, dann betäubst du auch die Freude. Das einzig sinnvolle ist: beides mit offenen Armen zu empfangen und auch wieder gehen zu lassen, wenn es soweit ist.

Übelkeit & andere Wehwehchen

Der Termin bei der Gyn bestätigte die drei positiven Tests. Ich dachte ich würde mich ausschließlich großartig fühlen, jetzt wo mein und unser größter Wunsch in Erfüllung geht. Und tatsächlich weinte ich vor Freude, als ich es endlich glauben konnte. Die lange Zeit des Wartens, meine OP und alles was damit einhergegangen war fielen wie eine schwere Last von meinen Schultern und meinem Herzen. Ich konnte ein wenig über mich selbst weinen und mit mir selbst mitfühlen, vieles kam wie in einer Welle noch einmal in mir hoch und floss in Tränen aus mir heraus, was ich vorher nur ansatzweise zulassen konnte. Ich bin sehr dankbar dafür, dass ich dieses Selbstmitgefühl entwickeln durfte. Es half mir die Schwere der Kinderwunschzeit hinter mir zu lassen. Ich fühlte mich von Gott so gesehen. Er hatte meinen sehnlichsten Wunsch erfüllt.

Und dann fühlte mich elend. Und das wochenlang.

Jeden Tag wachte ich mit Übelkeit auf, mein Kreislauf kam nicht in Gang und mich ekelten Essensgerüche an.

Ich hatte kaum Appetit, musste aber jede Stunde etwas essen, damit ich mich nicht übergab.

Treppensteigen war wie Marathonlaufen für mich und nach 15 Minuten spazieren gehen schlich ich langsam am Arm meines Mannes geklammert die letzten Meter nach Hause.

Was mir geholfen hat: Morgens hat mir mein treu sorgender, liebevoller Ehemann ein Weißbrot mit Butter ans Bett gestellt, dann wurde mir weniger übel und mein Kreislauf kam etwas in Schwung.

Duschen. Am besten am Ende noch mal kalt abduschen von oben nach unten und von rechts nach links: also immer zum Herzen hin. Auch das half meinem Kreislauf.

Essen worauf ich Lust hatte.

Und diese Übung, die eigentlhttps://www.youtube.com/watch?v=u84-HyBJv8sich gegen Sodbrennen ist, bei Schwangeren aber die Übelkeit nimmt.

Und – an wenigen guten Tagen Schwangerschaftsübungen.

Häßliches, ängstliches Entlein

Damit nicht genug kamen noch Ängste bezüglich der Veränderungen meines Körpers. Ich nahm zu. Und Anfangs sah es für mich nicht aus wie ein schöner kleiner Babybauch. Es sah aus, als hätte ich zu viel gegessen und würde einfach nur unförmig dick werden.

Ich lief fast durchgehend im Schlafanzug durchs Haus (wenn ich denn man aus dem Bett aufstand), hatte keine Lust mich herzurichten und hatte das Gefühl einfach nicht schön zu sein.

Dadurch machte ich mir Sorgen um meine Beziehung zu meinem Mann: Ob er mich noch attraktiv fand? Ich sah in den Spiegel: blass, fast schon unglücklich, ungekämmt und dachte: Nein, sowas kann man nicht attraktiv finden.

Was, wenn es mir 9 Monate so geht? Achja, und danach wird man ja auch nicht unbedingt hübscher. Und wenn er mich jetzt nur noch als Mama sieht und garnicht mehr als Frau?

Achja, ich werde ja Mama. Ein Lichtblick in meinen Gedanken. Hoffentlich. Wenn das Ziehen eben in meinem Bauch nicht bedeutet, dass ich mich falsch bewegt habe und irgendwas abreißt und ich deshalb mein Baby verliere. Mache ich irgendwas falsch? Ich habe Eisenmangel und lese, dass man dadurch das Baby verlieren kann, fahre von einem Arzt zum nächsten, bis mir einer eine Infusion gibt und frage mich anschließend, ob die Infusion wohl schädlich fürs Baby ist? Oder. Habe ich etwas gegessen, das schädlich fürs Baby ist?

Auch solche Gedanken sind übrigens eine Falle, die uns davon abhalten uns wirklich aus ganzem Herzen zu freuen: wir berauben uns der Freude indem wir sie in Sorgen ersticken. Die meisten Sorgen treffen nie ein. Und wenn sie eintreffen, sind wir nicht besser vorbereitet, weil wir uns vorher Sorgen gemacht haben. Ganz im Gegenteil, die Sorgen zermürben uns und so haben wir keine Kraft uns den Dingen zu stellen, die dann tatsächlich eintreffen.

In Woche 6 etwa besuchte ich eine liebe Freundin, zu der ich lange wenig Kontakt hatte. Ihre Kinder sind schon groß und sie ist einfach eine grandiose Frau. Ich erzählte ihr von meinen Gedanken und Sorgen. Sie betete mit mir, stellte mich und mein Baby unter Gottes Schutz und empfahl mir bei jedem angstvollen Gedanken diesen Gedanken an Gott abzugeben.
Ab sofort tat ich das. Bei jedem sorgenvollen Gedanken sagte ich mir und Gott innerlich: „Nein, das glaube ich nicht und darum sorge ich mich nicht mehr. Ich gebe es in deine sorgenden Hände, Gott.“ Anfangs fühlte ich das was ich sagte nicht wirklich. Es wirkte trotzdem. Ich entschied sogar, dass ich alles was passieren würde aus Gottes Hand nehmen würde. Er weiß, was gut und richtig ist und alles was passiert wird es am Ende zu meinem Besten wirken lassen. Auch, wenn es erst sehr schmerzhaft sein sollte. Das ist meine Art aus vollem Herzen zu leben, wie Brené Brown es nennt: Den Schmerz genauso anzunehmen, wie die Freude und mich nicht innerlich dagegen zu wehren. Das heißt nicht, dass es weniger weh tut, oder das ich mich auf den Schmerz freue. Ich lasse ihn einfach zu – wenn er denn da ist. Und solange er nicht da ist versperre ich mein Herz nicht. So kann ich die Freude spüren und die Angst muss gehen.

Gott sei Dank ein Happy End

Von Tag zu Tag änderte sich ab diesem Moment mein mentaler Zustand.
Mit jedem Gedanken, den ich Gottes Hände gab wurden meine Sorgen bezüglich dem Baby, der Geburt und dem was ich potentiell falsch machen könnte, kleiner. Bis ich einen Zustand erreichte, indem ich ruhig und voller Frieden war und wusste: Es ist alles gut und sicher in Gottes Hand. Keine Sorgen mehr. Keine Angst, dass ich etwas falsch mache, oder dem Baby schade.

Mein körperlicher Zustand stabilisierte sich, die Übelkeit verging und ab Woche 11 fühlte ich mich auch körperlich wieder „normal“, so, wie ich es von mir kannte. Also so, wie es bei vielen schwangeren Frauen ist. Inzwischen, geht es mir richtig gut, aber das erzähle ich euch ein ander mal!

Habt einen zauberhaften Tag ihr Lieben

Mit Liebe geschrieben

eure Tina

PS: Die Bilder stammen von unserem Shooting mit Filipp Romanovski