Vor ein oder zwei Jahren wäre ich der Autorin dieses Buches (und phantastischen Köchin) fast begegnet. Wir haben uns über Instagram kennen gelernt und als ich in der Stadt, in der sie lebt eine Zeit lang gearbeitet habe, haben wir es immer mal wieder versucht ein Treffen auszumachen und dann kam doch immer noch etwas dazwischen. Neben den phanatsievollen Foodbildern, die sie auf Instagram präsentiert gibt sie sich sehr natürlich und authentisch, teilt mal, was sie auf dem Markt gekauft hat oder nach einer durchgearbeiteten Nacht ihre Augenringe – es ist einfach herrlich erfrischend.

Uns verbindet unter anderem unsere Liebe zu Italien, gutem Essen und Kochen. Das einfache und trotzdem gute Kochen hat Sophia auf ihren Reisen perfektioniert und ihr Wissen vor einer Weile für uns alle zugänglich gemacht.
Nachdem ich ihr Rezeptbuch jetzt gekauft und ausprobiert habe bin ich mehr denn je überzeugt, dass ich sie treffen muss. hach… vielleicht holen wir das noch nach – was sagst du, Sophia?

Wenn ich die Zeit und Muse habe, koche ich ja gerne im großen Stil. Opulent, ausschweifend, mit exotischen Gewürzen. Und wenn ich backe, dann bitteschön feinste französische Patisserie, Macarons und so.

Und doch liebe ich auch die einfachen Dinge.

Ein richtig gutes Graubrot mit Butter kann manchmal so so sooo gut sein.

Und selbst gekocht, mit frischen, reifen Tomaten, ausreichend Knoblauch und Basilikum, ist eine Tomatensoße mit feinen Spaghetti ein absoluter Genuss. Ihr seht: Ich kann auch einfach.

Oft ist es so, dass ich lecker essen möchte, aber wenig Zeit zum Kochen habe. Und wenn ich meine Einkaufsliste für die Woche schreibe, möchte ich nicht jedes mal zig unterschiedliche Zutaten notieren, geschweige denn in die Wohnung tragen. Kennst du das auch? Ich finde kochen ist dann richtig gut, wenn es mit Leichtigkeit von der Hand geht.

Sophia Schillig drückt es wie folgt aus:

„Groß kochen kann man auch im kleinen Stil: in kurzer Zeit, unter einfachen Bedingungen, mit überschaubarer Zutatenliste und reduziertem Equipment.“

So finden sich in ihrem Minimalismus Rezeptbuch Tipps für einige wenige, gute Utensilien mit denen das Kochen zur puren Freude wird und Rezepte, die auf das reduziert sind was wichtig ist: LECKER soll es sein. Sophias Minimalismus Küche lässt sich in folgende Kategorien unterteilen:

  • RAW (unter einfachen Bedingungen oder: keine Lust den Herd anzumachen)
  • ONEPOT (mit reduziertem Equipment)
  • SECHS GEWINNT (mit überschaubarer Zutatenliste)
  • BLITZREZEPTE (in kurzer Zeit)

Die Fotografin, Foodstylistin und Journalistin beweist ein Verständnis und Einfühlungsvermögen für die Herausforderungen des alltäglichen Kochens mit Genuss-Anspruch. Und offeriert gute Lösungen.

Gewürzt sind die Texte, die die Rezepte einrahmen mit Sophias ganz eigenem, trockenen Humor und einer Wärme in den Worten die vermuten lässt, dass diese Frau sehr viel Gefühl mitbringt.

Ist diese Widmung nicht einfach herzallerliebst? Darüber habe ich mich so so so sehr gefreut!

Um diese Vermutung auf ihre Richtigkeit zu prüfen habe ich eines der vielversprechenden Rezepte aus der Kategorie „Blitzrezepte“ gestestet und bin hellauf begeistert. Was mir besonders gut gefallen hat, sind die Hinweise, wie einige Zutaten durch andere ersetzte werden können, die man „eh da“ hat – das erleichtert die Vorbereitung auf das Kochen ungemein. Habe ich eine Zutat mal nicht da, weiß ich direkt, wie ich sie ersetzen kann und muss nicht soviel einkaufen. Aber seht selbst:

Zutaten für 4 Personen:

  • Meersalz
  • 400 g Tagliatelle
  • 2 Schalotten
  • 180 g Parmesan
  • 2 EL Olivenöl
  • 50 ml Weißwein
  • 250 g Sahne
  • 200 ml Hühnerfond (ersatzweise Hühnerbrühe) Tina nimmt: Miso
  • 2 Eigelb
  • gemahlener Zitronenpfeffer (ersatzweise schwarzer Pfeffer)
  • 4 Stängel Zitronenbasilikum (ersatzweise Basilikum, Rosmarin oder Thymian)
  • 100 Parmaschinken

Zubereitung: 

  1. Salzwasser in einem Topf zum Kochen bringen und die Tagliatelle darin nach Packungsanweisung bissfest garen.
  2. Inzwischen die Schalotten schälen und fein würfeln. Den Parmesan fein reiben. Das Öl in einem großen Topf erhitzen und die Schalotten darin bei mittlerer Hitze unter Rühren glasig dünsten. Zuerst den Weiswein, dann die Sahne und den Hühnerfond dazugießen. Alles zum Kochen bringen. Unter gelegentlichem Rühren ca. 8 Min. zugedeckt köcheln.
  3. Den Topf mit der Soße vom Herd ziehen. Mit einem Schneebesen zuerst zwei Drittel des Parmesans, dann die Eigelbe unterrühren. Den Topf zurück auf den Herd stellen und die Soße nur erhitzen, nicht mehr aufkochen lassen. 
  4. Die Pasta abgießen, dabei etwas Nudelwasser auffangen. Die Nudeln gleich unter die Parmesansauce heben, nach Belieben etwas Nudelwasser untermischen. Alles mit Salz und Zitronenpfeffer abschmecken. Zitronenbasilikum waschen, trocken schütteln, Blättchen abzupfen und nach Belieben zerkleinern. 
  5. Den Schinken in Stücke zupfen, unter die Pasta heben. Alles auf vier Tellern anrichten. Mit dem übrigen Parmesan und dem Zitronenbasilikum bestreuen.

Überrascht hat mich an diesem Gericht das Zitronenbasilikum.
Es hat die Pasta zu etwas ganz Besonderem werden lassen.
Ich lerne: Manchmal muss es nur eine außergewöhnliche Zutat sein, die ein Gericht völlig neu interpretiert.
Lasst es euch schmecken!

Das Buch bekommt ihr übrigens hier: Minimalismus Küche von Sophia Schillig.

So. Jetzt seid ihr dran: Her mit euren alltagstauglichen Rezepten! 

Mit Liebe geschrieben

eure Tina