…Bella Italia. Im Herzen bin ich eine Italienerin. Die Mentalität, die Melodie der Sprache, das Essen, den Sinn für Genuss, das laute Mundwerk, die wilden Gesten, das Ausleben ihrer Emotionen, den Stil… alles liebe ich und alles davon ist irgendwie ein Teil von mir. Auch, weil ich vor einigen Jahren mehrere Monate in Italien, nähe Modena und Bologna, gelebt habe. Jedes Jahr zieht es mich mindestens ein Mal wieder nach Italien.

2014-07-04

Diesmal führt mich meine Reise in die Hauptstadt Italiens – Rom, die Ewige Stadt, in der la Dolce Vita gelebt und geliebt wird, knatternde Vespas durch die engen Gassen flitzen und an jeder Ecke und zu jeder Tageszeit ein Hupkonzert veranstaltet wird.

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Wir kamen an einem warmen Frühlingsabend am Flughafen Fiumicino an und fuhren mit dem Bus in die Stadt. Als wir ausstiegen standen wir schon in den charakteristischen Straßen Roms und rollten unsere Koffer über das Kopfsteinpflaster der engen Gassen zu unserer Bleibe. Wir hatten ein wunderschönes Hotel in der Nähe der Spanischen Treppe, Hotel la Lumiere di Piazza di Spagna. Romantisch klein, in kunstvollem Ambiente mit Seidentapeten. Ich hatte sogar einen kleinen Balkon, von dem ich einen wunderbaren Ausblick über die Dächer Roms hatte. Von hier aus konnten wir viele Sehenswürdigkeiten zu Fuß erreichen.

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Nach unserer Ankunft in Rom wollten wir direkt zu der Fontana di Trevi. Neugierig darauf, wie es wirklich aussieht, wie es sich anfühlt endlich davor zu stehen und natürlich eine Münze über die Schulter in den Brunnen zu werfen – mit einem Wunsch auf den Lippen. Ein magischer Ort, an dem man mit einem Eis in der Hand die Menschen beobachten kann, wie sie ihre Münzen reinwerfen, oder einfach la „Bella Figura“ machen.

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Rom ist laut, voll und auch sehr touristisch. Wer die Sehenswürdigkeiten ganz für sich haben will, sollte nachts vorbeischauen (natürlich dann nur zur äußeren Betrachtung). Mit sanfter Beleuchtung und der Ruhe kann man es schön auf sich wirken lassen und philosophieren, wie viele Menschen schon vor Tausenden von Jahren an demselben Platz standen oder saßen wie man selbst (das hat mich besonders am Pantheon ‚La Rotonda‘ beeindruckt – mitten auf einer bunten, kleinen Piazza steht dieses Jahrhundert alte, antike Bauwerk, das so viele Epochen und Menschen überdauert hat).

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Zwischen dem ganzen lauten Trubel in der ewigen Stadt lädt der Park „Villa Borghese“ zum Entspannen, Spazieren und Sporteln ein. Diese grüne Oase mitten in der Stadt, oberhalb der Piazza del Popolo, haben wir mehrere Male aufgesucht. Dort haben wir mit den Musikanten getanzt und gesungen, uns erschöpft vom vielen Gehen ins Gras gelegt und gedöst, die Eindrücke auf uns wirken lassen, uns einfach ausgeruht und die Sonne genossen.

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Von der Engelsbrücke, die mit schönen Engelsskulpturen versehen ist, hat man Richtung Vatikan einen schönen Blick auf die Engelsburg, den Petersdom und den Tiber. Durch Zufall hatten wir das Glück die sonntägliche Papstpredigt auf dem Petersplatz mitzuhören. So viele Menschen, die den Worten des Papstes lauschten und ihm zu jubelten – ein spektakuläres Erlebnis!

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Zwei Tage später wollten wir den Petersdom dann auch von innen sehen. Dafür standen wir ca. 1,5 Stunden in der prallen Sonne an (nicht so optimal, wenn man den Tag davor zu viele Vinos getrunken hat…). Endlich waren wir kurz vor den Treppen zum Domeingang angekommen, da zeigte der Aufpasser an der Tür auf mich und da fiel es mir ein: ich hatte ein kurzes rotes Spaghettiträger Kleid an, Schultern und Knie nicht bedeckt! Total vergessen! So durfte ich natürlich nicht rein – also musste ich mich an den Rand stellen, die vorwurfsvollen Blicke der anderen Besucher über mich ergehen lassen und darauf warten, dass der Freund von Anna irgendwo im Dom doch noch Tücher oder Schals auftreiben kann. Und tatsächlich. Eine Nonne verkaufte ihm nach langem Bitten zwei Tücher, die ich mir um die Schultern und die Beine wickeln konnte und so durfte auch ich – total modisch gekleidet – in den Petersdom. Es war unglaublich beeindruckend, wunderschöne Malereien und Skulpturen überall – jedes Kunstwerk erzählt seine eigene Geschichte. So viele Päpste gingen dort ein und aus. So viel Geschichtsträchtiges ist dort passiert. An dem Tag waren so viele Menschen in dem Dom, doch es herrschte bedächtige Stille – ein schönes Gefühl.

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Die Piazza Navona, umsäumt von vielen kleinen Gassen, ist die Bühne der Künstler, Artisten und Selbstdarsteller. Hier kann man sich in Cafés und Restaurants setzen und wunderbar Leute beobachten.

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Im Forum Romanum und an dem angrenzenden Colosseum sieht man wie Geschichte und Kultur miteinander verschmelzen. Unglaublich, dass diese Bauten, egal wie angeschlagen sie schon sind, immer noch fortbestehen. Da sieht man einfach noch mal einmal mehr, wie alt diese Stadt schon ist! Immer wieder werden neue antike Bauwerke gefunden, deswegen ist z.B. auch das Metronetz in Rom nicht so ausgeprägt wie wir es in anderen Großstädten gewöhnt sind. Sobald sie beim Ausbau der Tunnel auf etwas stoßen, wird der Weiterbau gestoppt.

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Rom ist aber nicht nur wegen seinen Sehenswürdigkeiten bekannt, sondern – na klar – für das wunderbare Essen und den Vino. Es fängt beim typischen italienischen Frühstück mit Cappuccino und Keksen, Kuchen oder sonstigen süßen Leckereien an. Dann das Eis an jeder Ecke – man kann einfach nicht daran vorbei gehen. Hier empfehle ich das „Della Palma“ (Via della Maddalena 19/23), in dem es über 150 Eissorten gibt – für jemanden mit absoluten Entscheidungsschwierigkeiten eine langwierige Sache :D. Ich habe mich dann für meine Lieblingseissorte Haselnuss entschieden (wir wollen ja kein Risiko eingehen) und es hat einfach großartig geschmeckt! Ich habe den intensiven Nussnougat-Geschmack noch immer in Erinnerung (wie Nutella)! Mittags und abends muss man ja auch UNBEDINGT was essen 😉 In Italien besteht das Menü aus einer Vorspeise – vorzugsweise ein Pasta Gericht, dem Hauptgericht – meist Fleisch oder Fisch, und dazu leckeren Vino. Danach noch das Dessert – oh jaaa.. cremiges Tiramisu, Panna Cotta, fruchtige Sorbets, etc. Gott sei Dank gibt es ja neben dem Magen noch einen extra Nachtisch-Magen 😉 Zum krönenden Abschluss darf natürlich der Espresso nicht fehlen: Grundnahrungsmittel eines jeden Italieners – den ganzen Tag über an jeder Ecke in einer Bar, schnell mit einem Schluck geleert und weiter geht’s. Wir haben uns also die ganzen vier Tage wie Julia Roberts in „Eat, Pray, Love“ durchgeschlemmt. Ganz besonders empfehlen kann ich das „Ristorante Mario“ (Via della Vite 55) in der Nähe der Spanischen Treppe. Dieses Geschmackserlebnis ist auf jeden Fall ganz oben auf meiner „das-Beste-was-ich-je-gegessen-habe-Liste“, von Vorspeise bis Nachspeise absolut ‚Buonissimo!‘ (Besser vorher einen Tisch reservieren, denn bei Mario ist es immer voll und wie man an den ganzen Fotos mit prominenten Gästen an den Wänden erkennen kann, sehr beliebt).

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Wir hatten ein paar wunderschöne Tage in Rom und viele lustige und tolle Erinnerungen bleiben uns! Rom ist definitiv eine meiner Lieblingsstädte und ich werde noch öfter in die Ewige Stadt reisen, denn ich habe noch lange nicht alles gesehen. Ciao!

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IMG_1232 Bilder, Text: Kim