Letztes Jahr im September war ich in Stockholm.

Zuerst einmal: Stockholm ist wunderschön – ganz besonders im Sonnenlicht! Überall ist Wasser! Ich würde empfehlen, Stockholm in den Sommermonaten zu besuchen, da es im Winter sehr früh dunkel und extrem kalt wird. Besonders die Dunkelheit ist nicht nur für Touristen bedrückend. Selbst den Schweden macht der Winter dort zu schaffen. Klar, Dunkelheit kann depressiv machen, deswegen reisen viele Schweden im Winter in die Sonne um der Finsternis zu entkommen. Aber sobald die ersten Sonnenstrahlen im Frühling rauskommen, sind die Schweden sofort an der frischen Luft und genießen das Sonnenlicht.

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Ganz besonders hat uns die Altstadt Gamla Stan gefallen: eine kleine Insel mit verwinkelten engen Gassen, umgeben von Wasser – der Mittelpunkt von Stockholm. Auch das Königliche Schloss ist hier zu finden. Wir hatten das Glück, unsere Unterkunft direkt in Gamla Stan zu haben, bzw. ankerten wir davor und fühlten uns wie auf der Titanic: es ging an Bord der Birger Jarl (ohne Jack, den haben wir unterwegs verloren)! Auf dem Hostelboot hatten wir eine 2er Kabine mit ‚Bad‘. Die Holzklasse ließ grüßen: Das Bad glich eher einer Abstellkammer mit PVC-Boden und Holzwänden, in der man gleichzeitig duschen und auf Toilette gehen konnte – aber ok, wir haben schon Schlimmeres gesehen. Unsere kleine Kajüte war spartanisch eingerichtet: außer einem schmalen Hochbett gab es keine weiteren Möbel. Für einen Wochenendtrip hat uns diese Unterkunft allerdings vollkommen gereicht, da sie vor allem recht günstig war. In dieser zentralen Lage hätten wir im unfassbar teurem Stockholm ganz bestimmt keine andere Bleibe gefunden. Nicht weit entfernt von unserer Titanic haben wir ein wunderschönes Kaffee entdeckt: „under Kastanjen“. Hier haben wir jeden Morgen wie richtige Schweden einen Kanelbulle (Zimtschnecke) mit Kaffee und Tee in schöner Atmosphäre genossen.

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Ich muss gestehen, viel Kultur haben wir in Stockholm nicht getankt. Wir haben uns einfach von Viertel zu Viertel, von Bistros zu Cafés und von Restaurants zu Boutiquen und Vintage Shops treiben lassen. In der Drottninggatan im Stadtteil Norrmalm findet man die gängigen Favoriten wie Bik Bok, H&M, Weekday und kleine schöne Schuhläden. In der Biblioteksgatan findet man unter anderem Urban Outfitters, Filippa K, & Other Stories sowie COS. Die Gallerian ist auch zu empfehlen: Stockholms erstes und größtes Einkaufszentrum. Einen ganz tollen Vintage Laden haben wir im alternativ angehauchtem Stadtteil Södermalm gefundenBeyond Retro – Zinken (Brännkyrkagatan 82). Auf der Götgatan in Södermalm kann man auch sehr schön bummeln. Generell sind die Preise für Klamotten um einiges teurer als bei uns (auch im schwedischen Konzern H&M). Daher mussten wir uns schweren Herzens beim Shopping bremsen. Trotzdem habe ich mir im Vintage Laden eine Levis 501 Jeans und diese auch gleich noch mal als Shorts gegönnt. Mein absolutes Modehighlight in Schweden war der Long – Cardigan/-Trench – egal welche Variante: Jede Schwedin hatte ihn an! In allen Farben und Formen, ob tailliert oder im Boyfriend Stil. Ich habe mich sofort verliebt und wollte auch so einen haben. Wie besessen bin ich auf der Jagd nach dem perfekten (vor allem bezahlbaren) Long – Cardigan oder Trench durch die Läden getigert. Leider ohne Erfolg. Letztendlich bin ich erst einige Wochen später bei Gina Trikot zu Hause fündig geworden – und das gleich mehrfach 😀

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Natürlich bekommt man von der frischen Seeluft Hunger und sobald sich ein paar Sonnenstrahlen durch die Wolkendecke kämpfen, bleibt in sämtlichen Cafés – besonders in der Mittagszeit – kein Platz mehr frei. Überall sahen wir gutgekleidete Schweden, Jung wie Alt, die der Herbstkälte trotzten und unter freiem Himmel ihre Mittagessen genossen. Frischen und sehr leckeren Fisch gibt es auf jeder Speisekarte – aber auch da ist der Preis echt nicht mit Deutschland zu vergleichen. Auf dem wunderschönen Platz Stortoget mitten in der Altstadt bei Kaffekoppen (Stortorget 20) gabs die leckerste Meeresfrüchte Creme zu einer heißen Ofenkartoffel – Ena träumt heute noch nachts davon. Und da es in Deutschland kein T.G.I. Fridays gibt, haben wir natürlich die Chance genutzt, in Stockholm (Hamngatan 19) direkt am Kungsträdgården (die berühmte Allee mit den schönen Kirschblüten Bäumen) den absolut besten Oreo-Keks-Milchshake des ganzen Universums zu genießen.

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Stockholm, mit seinen vielen terrakottafarbenen Gebäuden, den schönen grauen und grünen Dächern, spitzen Türmchen, dem vielen Wasser, grünen Parks und der tollen und entspannten Atmosphäre ist einfach sehenswert! Alle Schweden sind wahnsinnig nett im Umgang miteinander, das kommt auch nicht von ungefähr – die Schweden werden mit dem „Jantelagen“ erzogen – das ist ein den 10 Geboten nachempfundenes Gesetz des Zusammenlebens und ein skandinavisches Verhaltensmuster. Unter anderem besagt es: „Du sollst nicht glauben, dass Du klüger bist als wir. Du sollst nicht glauben, dass Du besser bist als wir.“ Im Alltag wird es aber oft als „Du bist nicht besser als alle anderen!“ gebraucht. Finde ich sehr schön und unglaublich wertvoll im Umgang miteinander. Was mir auch besonders positiv aufgefallen ist, dass überall Kinder und schöne junge Familien sind, in Restaurants und Cafés stehen an allen Seiten Kinderwagen, man sieht kleine Kindergartengruppen mit ihren Betreuern durch die Straßen tapsen, insgesamt einfach viel mehr als bei uns, da können wir uns von den familienfreundlichen Schweden noch einiges abgucken

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Ich würde Stockholm gerne noch mal im Sommer besuchen, diesmal auch mehr Museen ansehen und vor allem die etwas außerhalb in der Ostsee gelegenen Schären Inseln mit den roten kleinen Sommerhäuschen und der wundervollen umliegenden Natur genießen.

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Bilder, Text: Kim